Fachqualifizierungen

Öffnen Sie die Tür zu Fachthemen, die Ihnen am Herzen liegen.

Durch die Teilnahme an einer Fachqualifizierung spezialisieren Sie sich zur/zum Facherzieher*in und fördern gleichzeitig Ihre individuelle Fachkarriere. Durch die Besetzung von wichtigen Funktionsstellen in der Kita tragen Sie zur Weiterentwicklung Ihrer Einrichtung sowie Entlastung Ihrer Kolleg*innen und Leitung bei. Jede Qualifizierung schließt mit einem Zertifikat ab.

Zielgruppe: Kita-Fachkräfte

Umfang: 10 Tage, 80 Stunden

Ziele/ Nutzen:
Sprache bildet die Basis für die sozial-emotionale, motorische und kognitive Entwicklung von Kindern. Der Ansatz der alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung für alle Kinder vom 1. Lebensjahr bis zum Schuleintritt bietet einen ressourcenorientierten Blick auf Sprachentwicklung sowie kindliche Sprachaneignungsprozesse. Sprachbildung wird als Querschnittsaufgabe verstanden, die sich quer durch den pädagogischen Alltag im feinfühligen Dialog mit dem Kind vollzieht. Hierbei bezieht sich die Sprachentwicklung auf verbale und nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten und den individuellen Verlauf der einzelnen Kinder. Die Teilnehmenden dieser Qualifizierung durchlaufen einen Lernprozess, um mit der neuen Anforderung als Sprachfachkraft umgehen zu können und die Sprachentwicklung von Kindern optimal zu beobachten, zu dokumentieren, zu unterstützen und zu begleiten. Sie reflektieren ihren eigenen Sprachgebrauch, schaffen eine sprachanregende Atmosphäre und fungieren als Sprachvorbild. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden qualifiziert und selbstbewusst zu argumentieren sowie Eltern und Kolleg*innen zum Thema Sprachentwicklung zu informieren und zu beraten. Ziel ist es, Verbesserungspotential für die eigene Praxis zu identifizieren und die schon vorhandenen Prozesse zu verstetigen.

Diese Weiterbildung ist teilnehmerorientiert und verzahnt hier die aktuellen Bedarfe aus der Praxis mit theoretischem Wissen für die Praxis. Die Arbeit ist unterteilt in Einzel-, Team- und Gruppenarbeit und dient dem Austausch, der Teamentwicklung und der Weiterentwicklung der eigenen Handlungskompetenz. Im Zuge dieser Fortbildungsreihe ist die nachhaltige Umsetzung der gelernten Inhalte ein wesentliche Erfolgsfaktor.


Eigenleistung/ Abschluss mit Zertifikat:
Die Qualifizierung schließt bei regelmäßiger Teilnahme mit einem Zertifikat ab. Die Eigenleistung besteht in der Erarbeitung eines Praxisprojekts zu einem frei wählbaren Thema aus dem Curriculum der Qualifizierung inkl. Präsentation auf dem Abschlusskolloquium.

Inhalt:
Modul 1: Grundlagen und Meilensteine der Sprachentwicklung (2 Tage)

  • Die eigene Rolle als Sprachfachkraft – Ziele und Vorstellungen
  • Die Bedeutung von Sprache in der kindlichen Entwicklung
  • Grundlagen des Spracherwerbs und der Sprachentwicklung (Sprachverständnis - Sprachproduktion)
  • Vorsprachliche Entwicklung, Erwerbsstrategien und Eltern-Kind-Interaktion in der Kita erleben und begleiten
  • Linguistische Ebenen und Grundlagen der Sprache (Aussprache, Wortschatz, Grammatik, Kommunikation/Pragmatik)
  • Sprachentwicklung bei ein- und mehrsprachigen Kindern
  • Meilensteine der Sprachentwicklung / Zone der nächsten Entwicklung von der Krippe bis zur Einschulung
  • Abgrenzung Förderbedarf von Therapiebedarf
  • Fallbeispiele, Einordnung und Austausch sowie Transfer in den Kitaalltag


Modul 2: Alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung konkret (2 Tage)

  • Bedeutung der Sprachstandserhebung – und Beobachtung
  • Reflexion der eingesetzten Sprachbeobachtungsverfahren, Vor- und Nachteile
  • Gesetzliche Grundlagen nach dem N-KiTaG zur Sprachbildung und -förderung
  • alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung von der Krippe bis zur Einschulung
  • Von der Beobachtung und Dokumentation zur differenzierten Sprachförderung
  • Dialogische und beziehungsorientierte Grundhaltung
  • Eigene Rolle als Sprachvorbild, das eigene Sprachmodell
  • Sprachlehrstrategien
  • Sprache als Motor: Interessen und Themen der Kinder aufgreifen
  • Spezifizierung des eigenen Sprachangebots
  • Sprachförderszenarien selber erstellen: planen, durchführen, reflektieren
  • Transfer in die eigene Einrichtung


Modul 3: Mehrsprachigkeit begleiten und fördern (2 Tage)

  • Reflexion der Transferaufgabe (Modul 2)
  • Eigene Mehrsprachigkeit und sprachliche Vielfalt entdecken
  • Phänomene und Formen der Mehrsprachigkeit sowie Bedeutung für die Identitätsentwicklung
  • Sprachentwicklung bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache
  • Umgang mit nichtsprechenden Kindern
  • Differenzierte Förderung und gezielte Angebote für mehrsprachige Kinder (Unterstützte Kommunikation, Materialien, spezifische Förderangebote)
  • Elternberatung zu Mehrsprachigkeit
  • Mehrsprachigkeit als Ressource fördern (sichtbar/hörbar machen)
  • Projekte/Aktionen/Raumgestaltung zum Thema Mehrsprachigkeit in der eigenen Einrichtung (Entwicklung einer Transferaufgabe)


Modul 4: Pädagogische Planung und Elternarbeit (2 Tage)

  • Reflexion der Transferaufgabe (Modul 3)
  • Gemeinsame IST-Stand-Analyse zum Bildungsbereich „Sprache“:    Wo können/wollen/sollen wir anfangen und anknüpfen? – Konzeptionsarbeit
  • Methoden- und Vielfalts- Check in der Kita (Wo steckt überall Sprache drin? Wie vielfältig / mehrsprachig präsentieren wir unsere Arbeit?)
  • Sprachförderliche Umgebung, Sprechanlässe und sprachanregende Räume für Kinder
  • Literacy
  • Die Bedeutung von Büchern und Erzähltheatern
  • Zusammenarbeit mit Eltern
  • Formen der Elternarbeit zur Unterstützung der Sprachentwicklung (Elternberatung, Elterngespräche, Elternabende mit fachlichem Input zum Thema Sprache)
  • Eltern beraten bei Sprachauffälligkeiten
  • Vorbereitung des eigenen Praxisthemas


Modul 5: Transfer in die Praxis – Abschlusskolloquium mit Zertifizierung (2 Tage)

  • Präsentation eines eigenen Praxisthemas
  • Stärkung und Klärung der Rolle „Sprachfachkraft“ im Kita-Team, Möglichkeiten der Multiplikation und Anregung von Arbeitsprozessen im Team
  • Rückblick und Reflexion der eigenen Entwicklungsschritte
  • Eigene Ziele und nächste Schritte
  • Ressourcenpflege: Welche Ressourcen sind entstanden? Welche Ressourcen helfen bei Hindernissen?
  • Evaluation und Nachhaltigkeit
  • Würdigung und Abschluss der Seminarreihe
  • Zertifizierung

Umfang: 11 Tage/ 88 Stunden

Ziele/ Nutzen:
In der Gestaltung früher Lern- und Lebenswelten spielt neben der Familie die Kindertag- eseinrichtung zunehmend eine zentrale Rolle. Der Ausbau der institutionellen Betreuung der Kinder bis 3 Jahren hat mittlerweile einen anerkannten Stellenwert in der Bildungslandschaft und stellt eine besondere Herausforderung in der Frühpädagogik dar. Sie erfordert vor allem ein neues Fachwissen, welches sich auf aktuelle Erkenntnisse aus der Bindungsforschung, der Entwicklungspsychologie und der Neurobiologie bezieht, sowie eine professionelle Haltung, die sich an den Bedürfnissen und Ressourcen des einzelnen Kindes orientiert. Alles was Kinder in den ersten drei Jahren erfahren, bewältigen und lernen können, nimmt Einfluss auf ihre gesamte weitere Entwicklung. Daher ist neben der fachlichen Qualifizierung ebenso eine Neudefinition der eigenen Rolle als pädagogische Fachkraft in der Arbeit mit Kindern unter drei Jahren von Nöten. Entwicklungsbegleitung hat einen entscheidenden Einfluss auf das, was Kinder in ihrem Selbstbild integrieren, welche Widerstandskräfte und Schutzfaktoren sie implementieren werden.

 

Eigenleistung/ Abschluss:
Die Qualifizierung schließt mit einem Zertifikat ab. Die Eigenleistung besteht in der Erarbeitung eines selbstgewählten Praxisthemas inklusive Präsentation.
 

Inhalt:
Modul 1: „Die Fachkraft als sicherer Hafen“

• Biografische Selbstreflexion als Grundlage professionellen Handelns
• Rollen- und Selbstverständnis pädagogischer Fachkräfte
• Entwicklung und Reflexion einer professionellen Haltung
• Bindungs- und Bedürfnisorientierung als zentrale Entwicklungsgrundlage
• Gestaltung kultursensibler Eingewöhnungsprozesse

 

Modul 2: „Was ist eigentlich „Normal“?“

• Grundlagen der Entwicklungspsychologie
• Verstehen von Verhalten im Sinne „guter Gründe“
• Entwicklung einer ressourcenorientierten Haltung
• Schutzfaktoren und Resilienz im frühen Kindesalter

 

Modul 3: „Schlüsselsituationen im pädagogischen Alltag“

  • Gestaltung von Essenssituationen als Bildungs- und Beziehungssituationen
  • Schlaf- und Ruhephasen professionell begleiten
  • Begleitung in der Autonomie der Ausscheidungen
  • Reflexion und Weiterentwicklung der Angebotskultur
  • Förderung von Selbst- und Mitbestimmung sowie Kompetenzerleben in der frühen Kindheit

 

Modul 4: „Vom Ich zum Wir“

• Sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und ihre Bedeutung für die pädagogische Praxis
• Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen (z. B. Kratzen, Beißen, Hauen)
• Die Wirkung unserer (An)Sprache auf das Selbst-Bewusstsein des Kindes
• Spiel als zentraler Entwicklungsraum sozial-emotionaler Kompetenzen
• Gestaltung und Begleitung von Mikrotransitionen im pädagogischen Alltag

 

Modul 5: „Obacht und Achtung bei der Beobachtung“ – Digitale Unterstützungsmöglichkeiten nutzen und anwenden

• Einsatz digitaler Medien zur Unterstützung von Beobachtungs- und Dokumentationsprozessen im Kita-Alltag
• Professionelle Entwicklungsdokumentation als pädagogisches Instrument
• Portfolioarbeit, das „Buch des Kindes“ und Lerngeschichten als Bildungsdokumentation

 

Modul 6: „Ohne Eltern geht es nicht“

• Gestaltung professioneller Elterngespräche
• Aufbau und Weiterentwicklung einer tragfähigen Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

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Modul 7: „Vom Beschützen und Loslassen - Der Übergang zu den Großen“

  • Brücken bauen als Gestaltungsaufgabe von päd. Fachkräften
  • (Entwicklungs-)Aufgaben im Prozess des Übergangs erkennen und begleiten
  • Übergangskompetenzen als zentrale Schutzfaktoren stärken

 

Modul 8: Praxistransfer – Rückblick auf den eigenen Lernweg
In diesem Modul wird es abschließend um ein selbstgewähltes Praxisthema gehen, das auf ganz individuelle Art präsentiert werden kann. Es wird sich inhaltlich um die Frage drehen:

  • „Wie konnten und können wir die Inhalte in der Praxis verankern und umsetzen?“ - Transfer der Weiterbildungsinhalte in die eigene berufliche Praxis
  • „Wo wurden/werden Veränderungen sichtbar?“ - Reflexion sichtbarer Veränderungen im pädagogischen Alltag
  • Dokumentation des individuellen Lern- und Entwicklungsprozesses der Teilnehmer*innen während der Weiterbildung
  • Rückblick auf persönliche und professionelle Entwicklungsschritte

Der Schutz und Erhalt unserer Umwelt und der schonende Umgang mit Ressourcen ist eine große Herausforderung unserer Zeit. Kitas sind Bildungsorte, die Kinder altersgemäße Auseinandersetzung mit Themen nachhaltiger Entwicklung ermöglichen. So können auch schon die Jüngsten an die ökologischen Herausforderungen unserer heutigen Zeit herangeführt werden. Sich mit der belebten Natur – wie Tieren, Pflanzen, Wasser, Luft – auseinanderzusetzen, ist im Elementarbereich unverzichtbar. Projekte, Wanderungen, Natur- und waldpädagogische Angebote, Waldwochen oder Waldgruppen helfen den Kindern, die Welt zu begreifen und sich diese anzueignen. Der Wald ist ein Ort für Körperlichkeit und Naturerfahrung, der den Geist, die Seele und die Fantasie anregt. Er lädt nicht nur zum Spielen ein, sondern auch zur kreativen Auseinandersetzung mit Themen der nachhaltigen Entwicklung und der Ökologie. In dieser Qualifizierung lernen Sie, wie man es Kindern ermöglicht, sich den „Lebensraum Wald“ (zurück) zu erobern. Sie erfahren, wie eine altersgerechte Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Kita gelingen kann; von der konzeptionellen Einbindung, methodischen Umsetzung und Angebotsgestaltung bis hin zum organisatorischen und rechtlichen Rahmen.

Die Eigenleistung besteht in der Vorstellung der geplanten natur- und waldpädagogischen Angebote inklusive Reflexion von durchgeführten Praxiseinheiten.

Zielgruppe: Kita-Fachkräfte

Umfang: 8 Tage (4 x 2 Tagesblöcke)

Zielgruppe: Kita-Fachkräfte

Umfang: 7 Tage, 56 Stunden

Ziele/ Nutzen:
Elternkooperation ist nicht mehr aus der Kita-Praxis wegzudenken. Sie fordert Eltern und Fachkräfte dazu auf, sich aufeinander einzulassen. Dabei definiert der Begriff „Erziehungspartnerschaft“ die gemeinsame Kooperationsbeziehung als demokratisch, wert- schätzend und respektvoll. Schließlich soll die Kooperation aus der Perspektive aller Beteiligten sinnvoll und passend im Sinne des Kindes gestaltet sein. Gleichzeitig sind Erziehungspartnerschaften dynamische Systeme, die pädagogische Fachkräfte vor spezifische Herausforderungen stellen. Diese Qualifizierung widmet sich den Handlungsfeldern und Gestaltungsräumen von individuellen sowie lebensweltbezogenen Kooperationsbeziehungen mit Eltern:

  • Stärkung der beruflichen Identität mit der wichtigen Aufgabe der Elternkooperation
  • Entwicklung eines systemischen Zugangs zur Elternkooperation
  • Einblicke in die Vielfalt von Elternschaften und ihren Kooperationsbedürfnissen
  • Reflektion und Weiterentwicklung der eigenen Haltung in Bezug auf unterschiedliche Eltern
  • Weiterentwicklung der Kompetenzen in Bezug auf Gesprächsführung und  unterschiedliche Beteiligungsformen
  • Handlungssicherheit für schwierige Situationen mit Eltern

 

Eigenleistung/ Abschluss mit Zertifikat:
Die Qualifizierung schließt bei regelmäßiger Teilnahme mit einem Zertifikat ab. Die Eigenleistung besteht in der Erarbeitung eines Praxisprojekts zu einem frei wählbaren Thema aus dem Curriculum der Qualifizierung inkl. Präsentation auf dem Abschlusskolloquium.

 

Inhalt:
Modul 1: Erziehungspartnerschaft als Ressource (2 Tage)

  • Relevanz der Erziehungspartnerschaft
  • Rollen- und Aufgabenklärung in Bezug auf Elternarbeit
  • Professionelles Nähe-/Distanzverhältnis
  • Haltung als wesentlicher Faktor für eine gelingende Erziehungspartnerschaft
  • Systemische Zugänge zur Erziehungspartnerschaft
  • Vielfalt und Lebenswelten von Elternschaften und Pluralität von Familienformen kennen und wertschätzen
  • Gelingende Erziehungspartnerschaft mit allen Eltern
  • Grenzen der Elternarbeit: Kinder und Familien in Krisensituationen


Modul 2: Systemisches Handwerkzeug für Elterngespräche (2 Tage)

  • Grundlagen der ressourcen- und -lösungsorientierten Gesprächsführung
  • Kommunikationskompetenz im Kontext von Elterngespräche
  • Individuelle Schwerpunktthemen für Elterngespräche: Eingewöhung, Entwicklung, etc.
  • Schwierige Elterngespräche führen
  • Wertschätzende Haltung, Lösungsfindung und  Erste Hilfe-Strategien bei Konfliktgesprächen
  • Professionelle Elternabende gestalten


Modul 3: Elternkooperation partizipativ stärken (2 Tage)

  • Beteiligungskultur und Beteiligungsprozesse für Eltern und Kinder
  • Die Eingewöhnung als Grundstein der Elternkooperation
  • Teilhabe und Teilnahme der Eltern im Kita-Alltag
  • Wie lassen sich die Eltern als Partner in das Kita-Geschehen miteinbinden?
  • Wie lassen sich Kompetenzen und Informationen der Eltern für die Entwicklung der Kinder sinnvoll nutzen?
  • Beteiligungsrechte der Kinder: Beschwerdeverfahren etablieren und Eltern beteiligen


Modul 4: Abschlusskolloquium mit Zertifizierung (1Tag)

  • Präsentation eines eigenen Praxisthemas
  • Qualitätsentwicklung und Sicherung in der praktischen Anwendung
  • Evaluation und Nachhaltigkeit

Nach dem Curriculum zur Qualifizierungsinitiative Praxismentoring des Niedersächsischen Kultusministeriums

Die Kita als Ausbildungsort spielt eine zentrale Rolle für die Gestaltung der Erzieher*innen-Ausbildung und übernimmt damit eine Mitverantwortung in der Qualifikation zukünftiger Erzieher*innen. Dadurch wird Praxismentoring zu einer wichtigen Tätigkeit, die pädagogische Fachkräfte in den Kitas vor vielfältige und komplexe Aufgaben stellt. Diese Qualifizierung vermittelt fachliche Impulse bezogen auf die fachliche Anleitung, Beratung und Unterstützung von Auszubildenden. Neben Wissensvermittlung über das Berufsfeld Kita und die pädagogische Arbeit geht es um Gesprächsführungstechniken, Anleitung in konkreten Praxissituationen, Entwicklung zur Erzieher*innen-Persönlichkeit und Kenntnisse über Rahmenbedingungen der Arbeit sowie gesetzliche Grundlagen. Wirksame Prozesse und Konzepte für die Integration des Praxismentorings im Kita-Alltag werden vermittelt und erprobt. Nicht zuletzt ist das Praxismentoring im Team und in der Konzeption der Kita zu verankern. Die jeweils regional zuständigen Fachschulen sind an der Durchführung der Qualifizierung beteiligt.

Die Eigenleistung besteht in der Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung und Reflexion von zielgerichteten Beratungs- bzw. Reflexionsgespräche.

Zielgruppe: Staatlich anerkannte*r Erzieher*innen bzw. die Anerkennung als sozialpädagogische Fachkraft nach § 4 Nds. KiTaG

Umfang: 9 Tage (1 x 3-Tagesblock und 3 x 2-Tagesblöcke)

Umfang: 8 Tage, 64 Stunden

Ziele/ Nutzen:
Kindertageseinrichtungen sind heute weit mehr als Bildungsorte für Kinder. Sie sind für viele Familien zentrale Anlaufstellen im Alltag und häufig die erste Institution, die Bedarfe, Belastungen und Unterstützungswünsche wahrnimmt. Damit übernehmen Kitas zunehmend eine vermittelnde Rolle zwischen Familien, Bildungssystem und Angeboten im Sozialraum. Im Sinne einer familien- und sozialraumorientierten Kita-Praxis, wie sie im Early-Excellence-Ansatz verankert ist, stehen nicht nur das einzelne Kind, sondern seine Lebenswelt, sein Umfeld und verfügbare Unterstützungsstrukturen im Mittelpunkt. Familien werden als Expert*innen ihrer Kinder verstanden, deren Perspektiven und Erfahrungen eine zentrale Grundlage der pädagogischen Arbeit bilden. Die Zusammenarbeit erfolgt auf Augenhöhe in einem respektvollen, dialogischen Prozess, in dem Vielfalt als Ressource verstanden und einbezogen wird. Kitas verstehen sich als aktive Akteure im Sozialraum, die Familien Orientierung geben und Zugänge zu unterstützenden Netzwerken eröffnen.

Die Qualifizierung „Fachkraft für Familien- und Sozialraumorientierung“ vermittelt pädagogischen Fachkräften Kompetenzen, Familien ressourcenorientiert zu begleiten, Gespräche auch in komplexen Situationen sicher zu führen und Unterstützungsangebote im Sozialraum gezielt nutzbar zu machen. Ziel ist es, die professionelle Handlungssicherheit im Umgang mit vielfältigen Lebenslagen sowie die Orientierung und Teilhabe von Familien zu stärken. Die Teilnehmenden erweitern ihr Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten von Familien, entwickeln eine sichere Gesprächsführung auch in herausfordernden Kontexten und lernen, Netzwerke im Sozialraum systematisch einzubeziehen. Sie stärken ihre Fähigkeit, Eltern als Expert*innen ihrer Kinder einzubinden, Vielfalt als Ressource zu nutzen und ihre Einrichtung familien- und sozialraumorientiert weiterzuentwickeln.


Eigenleistung / Abschluss mit Zertifikat:
Die Qualifizierung schließt bei regelmäßiger Teilnahme mit einem Zertifikat ab.
Als Eigenleistung entwickeln die Teilnehmenden ein Praxisprojekt zu einem selbst gewählten Thema aus den Bereichen Familienorientierung, Beratung oder Sozialraumvernetzung. Die Ergebnisse werden im Rahmen des Abschlusskolloquiums vorgestellt und reflektiert.


Inhalt:
Modul 1 (2 Tage): Familien verstehen – Haltung entwickeln, Vielfalt anerkennen

  • Lebenslagen von Familien im gesellschaftlichen Wandel
  • Vielfalt von Familienformen und kulturellen Hintergründen
  • Early Excellence: Familien als Expert*innen ihrer Kinder
  • Ressourcenorientierte und systemische Perspektiven
  • Interkulturelle und diskriminierungssensible Grundhaltung
  • Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe
  • Professionelle Rolle, Nähe und Abgrenzung  


Modul 2 (2 Tage): Familien stärken – Beratung, Kommunikation und Empowerment

  • Grundlagen systemischer und lösungsorientierter Beratung
  • Gesprächsführung in herausfordernden Situationen
  • Kultursensible Kommunikation und Sprachbewusstsein
  • Umgang mit Sprachbarrieren und unterstützenden Methoden
  • Gesprächsführung in herausfordernden Situationen
  • Empowerment von Familien
  • Grenzen pädagogischer Beratung und Weitervermittlung

 

Modul 3 (2 Tage): Sozialraum erschließen – Netzwerke und Teilhabe ermöglichen

  • Sozialraumorientierung als professionelles Handlungsansatz
  • Kita als Brückeninstanz zwischen Familien und Hilfesystemen
  • Unterstützungsangebote, Beratungsstellen und Präventionsketten
  • Orientierung im Hilfesystem (inkl. Bildung und Teilhabe / Teilhabepaket)
  • Netzwerkaufbau und Kooperation im Sozialraum
  • Förderung von Elterninitiativen und Selbstorganisation
  • Interkulturelle Öffnung von Angeboten und Zugängen

 

Modul 4 (2 Tage): Familienorientierung nachhaltig gestalten – Konzept und Transfer

  • Entwicklung familienorientierter Angebotsstrukturen
  • Interkulturell sensible und teilhabeorientierte Konzeptarbeit
  • Familienorientierung als Bestandteil von Qualitätsentwicklung
  • Transfer in die eigene Einrichtungspraxis
  • Präsentation und Reflexion des Praxisprojektes
  • Abschluss und Zertifizierung

Umfang: 9 Tage (72 Stunden)

Ziele/ Nutzen:
Kinder haben das Recht auf ein gewaltfreies und sicheres Aufwachsen. Kindertageseinrichtungen tragen dabei eine besondere Verantwortung, Kinder in ihren Rechten zu stärken, sie vor Grenzverletzungen zu schützen und bei Gefährdungen professionell zu handeln. Kitas als Schutzorte benötigen qualifizierte Fachkräfte, die Kinderschutz nicht nur als gesetzlichen Auftrag verstehen, sondern als festen Bestandteil ihrer pädagogischen Haltung und täglichen Praxis. Gleichzeitig braucht es im Team Klarheit über Zuständigkeiten, Sicherheit im Vorgehen und die Fähigkeit, auch in komplexen Situationen fachlich angemessen zu handeln und Kinder konsequent zu schützen.

In dieser Qualifizierungsreihe erwerben die Teilnehmenden fundiertes Wissen zu Prävention, Intervention und institutionellem Kinderschutz. Ziel ist es, Kinderschutz im pädagogischen Alltag nicht nur anzuwenden, sondern nachhaltig in der Kita zu verankern und aktiv mitzugestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei Formen von Gewalt, Machtmissbrauch und Vernachlässigung sowie die Entwicklung eines bewussten, machtsensiblen und beteiligungsorientierten Umgangs mit Kindern. Darüber hinaus werden Wege zur Entwicklung und Weiterentwicklung institutioneller Schutzkonzepte erarbeitet, die im Alltag tragfähig umgesetzt werden können.

 

Eigenleistung/ Abschluss mit Zertifikat:
Die Qualifizierung schließt bei regelmäßiger Teilnahme mit einem Zertifikat ab. Die Eigenleistung besteht in der Erarbeitung eines selbstgewählten Praxisthemas (z.B. Prozessbegleitung Konzeptarbeit, Elterngespräch, Konzept für Studientag mit Team) inklusive Präsentation.


Inhalt:
Modul 1: Kinderschutz als Auftrag der Kita – Grundlagen und Schutzkonzepte

• Einführung in die Qualifizierungsreihe
• Kinderrechte, Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung
• Kinderschutz als gesetzlicher und pädagogischer Auftrag
• Die Kita als Schutz-, Bildungs- und Beziehungsort
• Professionelle Haltung im Kinderschutz
• Macht, Verantwortung sowie Nähe und Distanz im pädagogischen Alltag
• Einführung in Aufbau und Bestandteile eines Schutzkonzeptes

 

Modul 2: Intervention im Kinderschutz I – Schutzauftrag professionell umsetzen

• Rechtliche Grundlagen des § 8a SGB VIII
• Wahrnehmung und Einordnung gewichtiger Anhaltspunkte
• Verfahrensabläufe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
• Dokumentation und Risikoeinschätzung
• Zusammenarbeit mit Leitung, Team und InsoFa
• Handlungssicherheit in komplexen Entscheidungssituationen
 

Modul 3: Intervention im Kinderschutz II – Im Kontakt bleiben, auch im Konflikt

• Gesprächsführung im Kinderschutzkontext
• Schwierige Elterngespräche vorbereiten und führen
• Umgang mit Widerstand, Abwehr und emotionalen Reaktionen
• Transparenz und Schutzauftrag professionell verbinden
• Deeskalierende Kommunikation
• Praxisorientierte Fallarbeit
 

Modul 4: Partizipation als Schutzfaktor

• Kinderrechte und Beteiligung im Kita-Alltag
• Partizipation als Grundlage von Prävention
• Selbst- und Mitbestimmungsrechte von Kindern stärken
• Beteiligungsstrukturen entwickeln und reflektieren
• Machtkritische Perspektiven auf pädagogisches Handeln
• Grenzen und Möglichkeiten von Partizipation

 

Modul 5: Beschwerdeverfahren und Beteiligungskultur

• Beschwerde als Kinderrecht und Schutzinstrument
• Entwicklung kindgerechter Beschwerdewege
• Umgang mit Kritik, Konflikten und Rückmeldungen
• Fehlerfreundlichkeit und Lernkultur in Einrichtungen
• Beteiligungsorientierte Beschwerdebearbeitung
• Beschwerdeverfahren als Bestandteil des Schutzkonzeptes
 

Modul 6: Sexualpädagogisches Konzept als Bestandteil des Kinderschutzes

• Psychosexuelle Entwicklung von Kindern
• Kindliche Sexualität verstehen und begleiten
• Körper, Grenzen und Selbstbestimmung
• Umgang mit Doktorspielen und Grenzverletzungen
• Prävention sexualisierter Gewalt
• Zusammenarbeit mit Eltern in sensiblen Themenfeldern

 

Modul 7: Verhaltenskodex und Feedbackkultur entwickeln

• Verhaltenskodex als Orientierung für professionelles Handeln
• Nähe und Distanz im pädagogischen Alltag
• Machtbewusstes und grenzachtendes Handeln
• Umgang mit Grenzverletzungen im Team
• Entwicklung einer konstruktiven Feedbackkultur
• Kinderschutz durch transparente Vereinbarungen
 

Modul 8: Meine Rolle als Kinderschutzfachkraft in der Kita

• Rollenklärung als Multiplikator*in oder Leitungskraft
• Kinderschutzprozesse im Team begleiten
• Umgang mit Widerständen und Unsicherheiten
• Kinderschutz als Team- und Leitungsaufgabe
• Implementierung von Schutzkonzepten in der Praxis
• Nachhaltige Verankerung einer beteiligungsorientierten Schutzkultur


Modul 9: Transfer in die Praxis – Abschlusskolloquium mit Zertifizierung

• Präsentation der Praxisarbeiten
• Reflexion der eigenen Lern- und Entwicklungsprozesse


 

                                                                                                        Das Projekt „Smart Kita II - digital, attraktiv, resilient“ wird im Rahmen des Programms „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten – weiter bilden und Gleich-stellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

 

Der Grundlagenkurs führt ein in Ziele, Prinzipien und Praxis des pädagogischen Ansatzes Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung© (VBuE). Gesellschaftliche Ungleichverhältnisse spiegeln sich auch im Leben von Kindern und in Bildungseinrichtungen wider. Aus der Erkenntnis heraus, dass bereits junge Kinder existierende Bilder, Vorurteile und Diskriminierungen wahrnehmen und in ihr Selbst- und Weltbild integrieren, ist der Kurs eine Einladung an pädagogische Fachkräfte, sich vertiefend mit Einseitigkeiten und Mechanismen von Ausgrenzung in Ihrem Berufsfeld auseinanderzusetzen und konkrete Praxisveränderungen anzuregen. Ziel ist die intensive Auseinandersetzung mit den vier Bereichen (Identitäten stärken, Vielfalt aktiv erleben, Kritisches Denken, Ungerechtigkeit) des Ansatzes in Verbindung mit vier Handlungsfeldern der pädagogischer Praxis (Gestaltung der Lernumgebung, Interaktion mit Kindern, Zusammenarbeit mit Eltern und Zusammenarbeit im Team).

Zielgruppe: Kita-Fachkräfte

Umfang: 12 Tage (6 x 2-Tagesblöcke)

Videoaufnahmen werden in der Kita in zunehmendem Maße zur Optimierung und zur Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit genutzt. Die Nutzungsmöglichkeiten reichen von der Dokumentation von Bildungsprozessen im Kontext der Entwicklungsbegleitung der Kinder bis hin zur Unterstützung der Praxisanleitung. Mit Hilfe von Videoaufnahmen besteht die Möglichkeit, objektiver und zielorientierter vorzugehen, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen und zielgerichtet ausgewählte Videosequenzen primär ressourcenorientiert für die Zusammenarbeit mit Kolleginnen, Eltern, den Kindern und anderen Fachdisziplinen zu nutzen. In dieser Qualifizierung lernen die Teilnehmenden die Methode der ressourcenorientierten Videoarbeit kennen und üben den praktischen Einsatz in ihren Einrichtungen. Die vermittelten theoretischen Inhalte werden begleitend zur Qualifizierung mit der Kita-Arbeit verknüpft, indem die Teilnehmenden eigene Anliegen und Fragestellungen für Videoaufnahmen in ihrem Arbeitsalltag nutzen. Die Nutzung von Videosequenzen (Besprechung mit dem Kind, Eltern, Kolleg*innen) wird vorbereitet und trainiert.

Die Eigenleistung besteht in der Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung und Reflexion der praktischen Videoarbeit.

Zielgruppe: Kita-Fachkräfte

Umfang: 7 Tage (7 x 1 Tag)