Download Veranstaltungsflyer "Antikriegstag 2017" (Pdf)

Stille Kranzniederlegungen am 1. September 2017

15.00 UHR:

GEDENKSTÄTTE AEGIDIENKIRCHE | DGB

LISTER TURM, Gedenkstätte zur Ermordung
von Reichsbannerleuten
| verdi

MAHNMAL MARIENWERDER
Garbsener Landstraße/Stöcken | ehemals Varta | IGM


16.00 UHR:

EHRENFRIEDHOF AM MASCHSEE-NORDUFER
Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt
BEGRÜSSUNG
Dirk Schulze
Erster Bevollmächtiger der IG Metall Hannover
GRUSSWORT
Regine Kramarek
Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover
BEITRAG
der IG Metall-Jugend
KRANZNIEDERLEGUNG

 

 

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Vortrag und Diskussion mit Prof. Wolfram Wette am 7. September 2017:

"Im Geiste der Freikorps und der Wehrmacht? Rechtsradikale in Uniform"

18.00 Uhr: DGB-Haus Hannover, Otto-Brenner-Str. 1, 1. Etage, Saal 3

Ende April 2017 wurde der Fall des Oberleutnants Franco A. öffentlich, der ein Doppelleben als syrischer Kriegsflüchtling und offiziell registrierter Asylbewerber führte. Er war wegen des verbotenen Besitzes einer Pistole verhaftet worden. Erste Untersuchungen ergaben, dass er Teil eines rechtsradikalen Netzwerkes war; in seinem Umfeld waren größere Mengen Patronen aus Bundeswehrbeständen gestohlen worden; die Ermittlungsbehörden fanden eine Liste mit prominenten Namen und Institutionen, die in den Medien als »Anschlagsziele« und »Todesliste« bezeichnet wurde. Schließlich wurde publik, dass Franco A., der 2015 zum Berufssoldaten ernannt wurde, bereits 2013 an der französischen Militärakademie St. Cyr eine Masterarbeit einreichte, die eher einem völkischrassistischen Glaubensbekenntnis entsprach. Der französische Schulkommandeur gab den Ratschlag, Franco A. aus dem Militärdienst zu entfernen, doch die deutschen Vorgesetzten deckten den intelligenten Rechtsradikalen.

Dieser Vorfall sprengt in seinen Ausmaßen zahlreiche Skandale, die seit Jahrzehnten mit notorischer Regelmäßigkeit im Zusammenhang mit der sogenannten Traditionspflege bei der Bundeswehr ans Tageslicht kamen. Ungewöhnlich war darum auch die Flucht nach vorn in die Öffentlichkeit der zuständigen Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Oder war es ein Hilferuf? Es ging ein Aufschrei des Entsetzens über diese Nestbeschmutzung durch die militärische Führung, woran auch Brigadegeneral Udo Schnittker, Feldjäger-Kommandeur aus Hannover beteiligt war. Die Ministerin entschuldigte sich. Erstaunlich ist allerdings, dass die Emmich-Cambrai-Kaserne, in welcher die Feldjäger untergebracht sind, den Fall Franco A. dennoch zum Anlass nimmt, dem Gebäude einen neuen Namen zu geben. Ebenso erstaunlich: Anfang Juli 2017 wurde der Fall eines Feldjägers bekannt, der mehrere tausend Schuss Munition und Granaten in seinem Spind hortete.

Das legt nahe: im Fall Franco A. geht es nicht um »Einzeltäter«, sondern um tiefe Strukturen, welche diese Entwicklungen möglich machten. Wolfram Wette zieht historische Verbindungen von den »Freikorps« der Weimarer Zeit zur Wehrmacht, deren personelle Kontinuität in der Bundeswehr, zum Charakter der »Traditionspflege « bis zum aktuellen militärischen Selbstverständnis der »Generation Einsatz«.

Termine

1. und 7. September 2017

(Uhrzeiten entnehmen Sie bitte nebenstehendem Text)

Kosten

kostenfrei

Orte

(entnehmen Sie bitte nebenstehendem Text)

Ihr Ansprechpartner

DGB-Region Niedersachsen Mitte
Otto-Brenner-Straße 1
30159 Hannover
Telefon 0511.16387-0

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